Schiedsrichter: Teil 3

Bild von www.roller-hockey.co.uk
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Grosses Interview mit Johannes Schneider

 

Zur Person:

 

NAME: Schneider

VORNAME: Johannes

ÜBERNAME: Josh

GEBURTSDATUM: 31. 01. 1977

ZIVILSTAND: verheiratet, drei Kinder

BERUF: Schreiner

HOBBY:

Familie

Rollhockey

Snowboard fahren

SCHIEDSRICHTER SEIT: 1999

 

LAUFBAHN:

1991 bis 1997 Junior des RHC Diessbach

1997 bis 1999 1. & 2. Mannschaft RHC Diessbach

seit 1999 Schiedsrichter

2004 Beförderung zum NLA Schiedsrichter

2007 Beförderung zum Internationalen Schiedsrichter

 

HÖHEPUNKTE:

Cup Final der Herren 2006 in Montreux

Internationale Schiedsrichterprüfung 2007

Cup Final der Herren 2008 in Diessbach

EM Final Junioren U-17 2008 in Bassano / Italien

Final Coupe des Nations 2009 in Montreux

Achtelfinale CERS-Europacup 2009 zwischen Weil und Walsum

Viertelfinale Damen WM 2010 in Alcobendas /Spanien

 

INTERNATIONALE EINSÄTZE:

5 CERS-Europacup Einsätze

5 Championsleague Einsätze

Damen EM 2007

Junioren U-17 EM 2008

Coupe des Nations 2009

Damen WM 2010

 

Zum Interview

 

Welche Beweggründe haben dazu beigetragen dass Du Schiedsrichter wurdest?

 

Als ich 1999 aus beruflichen Gründen aus Diessbach wegzog, entschied ich mich mit dem aktiven Rollhockeysport aufzuhören.

Rolf Trösch, der damalige Präsident des RHC Diessbach gelangte mit der Frage an mich, ob ich das Amt als Schiedsrichter im Dienste des RHC Diessbach ausführen würde.

 

Wie beurteilst Du das neue Regelwerk?

 

Vor der Einführung der neuen Regeln war ich sehr skeptisch und glaubte dies sei nicht der richtige Weg. Mittlerweile kann ich aber feststellen dass sich 90 % vom neuen Regelwerk sehr positiv auswirken, und in meinen Augen die Attraktivität vom Rollhockeysport nicht beeinflusst. Es ist schön festzustellen dass z.B. die Zweikämpfe an den Banden deutlich entschärft wurden und das ist erfreulich.

 

Nun bist Du bereits 12 Jahre Schiedsrichter, was war das schönste Erlebnis?

 

Das ist schwierig zu sagen, ich habe viele tolle Ereignisse erlebt. Eines der schönsten war sicherlich in Bassano, das EM Finalspiel der U-17 Junioren zwischen Italien und Portugal. Diesem Spiel wohnten ca. 2700 Zuschauer bei und die Italiener machten mächtig Stimmung. In solchen Spielen bekommt auch ein Schiedsrichter Gänsehaut.

 

 

Im Sport sind die Schiedsrichter die am häufigsten kritisierten Personen, worin findest Du Deine Motivation?

 

Der Rollhockeysport ist eine absolut attraktive Teamsportart, welche es verdienen würde Olympisch zu werden!

Ich erhalte nicht nur negative, sondern auch oft positive Rückmeldungen auf meine Leistungen. Solange die positiven Aspekte überwiegen und ich selber mit meinen Leistungen zufrieden sein kann sowie Freude und Spass an der Schiedsrichterei bekunde, fällt mir die Motivation leicht.

 

Inwiefern beurteilst Du die finanzielle Entschädigung der Schiedsrichter in der Schweiz?

 

Ein Schiedsrichter wird sicherlich nicht reich. Die Entschädigung ist eher bescheiden im Vergleich zu anderen Sportarten. Die Spesenregelungen sind aber angemessen und ich erhalte stets ein willkommenes Sackgeld.

 

Du stehst vorwiegend am Wochenende im Einsatz und hast eine Familie mit drei kleinen Kindern. Ist das gut unter einen Hut zu bringen?

 

Da ich momentan von den kleinsten Junioren bis hinauf zum Europa-Cup und Champions-League alle Kategorien von Spielen leiten kann, sowie alljährlich an wöchentlichen EM oder WM Turnieren teilnehmen darf, ist der Zeitaufwand schon enorm. Man bedenke, dass ich schon nur für die nationalen Meisterschaften quer durch die Schweiz reisen muss. Manchmal ist es schon schwierig, am eigentlich freien Tag den enttäuschten Kindern sagen zu müssen, ich gehe jetzt und wir sehen uns morgen wieder.

 

Du hast eben erwähnt deine Lizenz erlaubt es, Weltweit eine grosse Palette an Spielen zu leiten. Im Weiteren bist Du momentan der jüngste internationale Schiedsrichter aus der Schweiz und dazu noch der erste aus Diessbach.

Was braucht es um Schiedsrichter zu werden, und welche Möglichkeiten stehen offen?

 

Es braucht die Begeisterung am Sport, Freude am Umgang mit Menschen und Durchsetzungsvermögen. Sicherlich muss ein Schiedsrichter einen

„breiten Rücken“ haben, aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die neuen unerfahrenen Schiedsrichter von den etwas älteren und erfahrenen bestmöglichst begleitet, betreut und unterstützt werden. Ich bin überzeugt, dass es sehr viele Personen in meinem Umfeld gibt, welche als Schiedsrichter geeignet sind und es sich leider nur nicht zutrauen, bzw. es nicht einmal versuchen, ein Spiel zu leiten. Auf den Zuschauerränge stehen und über die Schiedsrichter zu „meckern“ ist halt einfacher.

Ich weiss auch zu hundert Prozent, dass Personen, welche wirklich motiviert sind, es in recht kurzer Zeit sehr weit bringen können. Denn es gibt nur wenige Leute im Schweizer Rollhockey, welche vor grossen Zuschauerkulissen agieren können. Und ich kann versichern, an anderen Orten auf dieser Welt hat das Rollhockey einen höheren Stellenwert als in der Schweiz. Die erwähnten Erlebnisse entschädigen die negativen Ereignisse bei weitem.

 

Was ist Dein Ziel als Schiedsrichter?

 

Bei bester Gesundheit zu bleiben, voll motiviert in jedes einzelne Spiel zu steigen, egal in welcher Liga.

Noch einige Jahre als Schiedsrichter aktiv zu bleiben und den Spass am Rollhockey nicht zu verlieren, sowie noch viele attraktive, spannende und faire Spiele leiten zu dürfen.

Weiterhin jeweils am Mittwochabend mit den Kollegen vom Fun-Team selber die Rollschuhe zu schnüren und mit Stock und Ausrüstung dem Ball hinterher zu jagen.

Nicht zuletzt hege ich natürlich den Traum von der Leitung eines grossen Spiels irgendwo auf dieser Welt, bei dem sehr, sehr viele Zuschauer beiwohnen und die Stimmung und Fangesänge einzigartig sein werden.

 

Nun, hat das dein Interesse geweckt? Dann medle dich ganz unverbintlich!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    RHC Diessbach (Mittwoch, 12 Januar 2011 13:30)

    Ich entschuldige mich für das späte Aufschalten des Artikels...