BZ: Die Sammlung erweitert

Aus der Berner Zeitung vom 02.02.2016

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Der RHC Diessbach gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Klubs. Sowohl die Männer als auch die Frauen schafften es am Wochenende in den Cupfinal. Nur Erstere konnten jedoch einen Pokal in die Höhe stemmen.

 

Das Hallenrestaurant des RHC Diessbach ist gut besucht. Viele Zuschauer verpflegen sich zwischen oder auch während der Spiele. Zahlreiche Pokale stehen fein säuberlich auf einer Ablage, die sich die Wand entlang fast durch den ganzen Raum erstreckt. «Es ist doch einiges zusammengekommen», sagt Hansjürg Wegmüller mit einem Lächeln.

 

Er war es, der den Rollhockeysport 1983 nach Diessbach gebracht und eine Mannschaft aufgebaut hat. Nun ist die 1000-Seelen-Gemeinde seit Jahren eine Hochburg im Schweizer Rollhockey. Sowohl die Männer als auch die Frauen gehören zu den besten Teams des Landes. Dem einen Meistertitel und den drei Cupsiegen der Männer stehen sieben Meistertitel und sechs Cupsiege der Frauen gegenüber.

 

Beim Final-Four-Turnier, das die Halbfinal- und Finalspiele im Schweizer Cup beinhaltet, bot sich am Sonntag beiden in der heimischen Halle die Möglichkeit, den nächsten Titel zu holen. Die Frauen massen sich in der Neuauflage des letztjährigen Cupfinals mit Vordemwald. Hatten sich damals noch die Seeländerinnen mit 4:3 durchgesetzt, sollten in diesem Jahr die Aargauerinnen die Oberhand behalten. 3:0 lagen die amtierenden Schweizer Meisterinnen zur Pause in Front. Die Diessbacherinnen zeigten zwar eine beherzte Leistung, zu mehr als dem Anschlusstreffer reichte es allerdings nicht.

 

Hitziger Final

 

Die Männer bewerkstelligten derweil mit einem 5:3-Erfolg gegen Titelverteidiger Montreux den Einzug ins Endspiel gegen Genf. Und dieses sollte vor allem in der zweiten Halbzeit äusserst emotional und hitzig werden. Die Genfer gingen früh 2:0 in Führung, und die Diessbacher schafften es trotz Überlegenheit nicht, den Anschluss zu erzielen. Doch nach knapp neun Minuten in der zweiten Hälfte bezwang César Salgueiro den Genfer Torhüter und leitete so die Aufholjagd ein.

 

Diessbach war in der Folge noch überlegener und provozierte einige Strafen. Da sich die Genfer mehrere Unsportlichkeiten leisteten, befand sich das Heimteam bald in doppelter Überzahl. Nun gelang erst der viel umjubelte Ausgleich, bevor wiederum Sal­gueiro, mit sieben Treffern bester Cuptorschütze, die Diessbacher zehn Minuten vor Schluss in ­Führung schoss. Und trotz einiger brenzliger Situationen sollte diese bis zum Schluss Bestand ­haben.

 

Für die Seeländer ist es der erste Cupsieg seit 2011, als sowohl die Frauen als auch die Männer reüssiert hatten. «Es wurde langsam Zeit», sagte Spielertrainer Pascal Kissling. Der 31-Jährige hat auf diese Saison hin das Zepter übernommen, nachdem Michel Dantas Zanini aus persönlichen Gründen aufgehört hatte. Und bereits vor der Saison hatte der Nationalspieler kommuniziert, dass er mit seiner Mannschaft einen Titel gewinnen möchte. «Schön, hat es gleich im ersten Anlauf geklappt.»

 

Dank der Niederlage zum Sieg

 

Doch die Diessbacher haben in dieser Saison noch einiges vor. In der Meisterschaft liegen sie mit acht Siegen aus den ersten neun Spielen souverän an der Tabellenspitze. In der letzten Runde mussten sie sich bei Meister Basel zwar erstmals mit 1:3 geschlagen geben, aber, vermutet Kissling, genau diese Niederlage habe es gebraucht, damit man wieder auf den Boden komme.

 

Nun hofft er, mit seiner Mannschaft einen der ersten beiden Plätze zu belegen. Damit würden sich die Diessbacher das Heimrecht in den Playoffs sichern, das auf dem Weg zum zweiten Meistertitel nach 2013 entscheiden könnte.Auf dem Spielfeld knallen derweil die Champagnerkorken, die Siegeszigarren rauchen. Schon bald wird der nächste Pokal ins Hallenrestaurant gestellt. (Berner Zeitung)

Jubelpose: Spielertrainer Pascal Kissling und die Diessbacher Zuschauer freuen sich über einen Treffer. Bild: Christian Pfander
Jubelpose: Spielertrainer Pascal Kissling und die Diessbacher Zuschauer freuen sich über einen Treffer. Bild: Christian Pfander

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