Artikel zum Thema Schiedsrichter

Schiedsrichter: Teil 5

Bild von der Damen WM 2010
Bild von der Damen WM 2010

Kurzberichtvon Johannes Schneider

Euroliga 18.12.2010

Cronenberg (D) vs. Coutras (F)

 

Aufgrund des hohen Schneeaufkommens in der Schweiz und vor allem in Deutschland, starteten Mark und ich am Samstagmorgen früh unwissend darüber, ob wir auch rechtzeitig in Wuppertal bezw. Cronenberg eintreffen werden.

Tatsächlich mussten wir uns in Zürich/Kloten gedulden bis unsere Maschine mit 2.5 Stunden Verspätung Richtung Düsseldorf abhob.

In Düsseldorf angekommen konnten wir uns überzeugen dass der Schnee in Deutschland auch weiss ist und die 35-minütige Autofahrt auf der Autobahn nach Wuppertal war zeitweise auch dementsprechend abenteuerlich. Nach der Ankunft in Cronenberg bezogen wir unsere Zimmer im Hotel zur Post, und stapften dann anschliessend durch den tief verschneiten Stadtteil, um uns einige einheimische Schleckereien zu besorgen.

Nach dem Abendessen beim Italiener begaben wir uns in die Alfred-Henkels-Halle wo der RSC Cronenberg seine Gäste mit dem Slogan „Willkommen in der Höhle des Löwen“ begrüsst.

Dort empfing uns Daniel Loewe welcher an diesem Abend als dritter Schiedsrichter amtete und selber aus Wuppertal stammt.

Einmal mehr wurde uns in Cronenberg eine tolle Eingangsshow geboten wo die Einheimischen frenetisch bejubelt wurden. Das attraktive und überaus spannende Spiel endete schlussendlich verdient, unentschieden mit 2:2. 11:12 Teamfouls, ein mal blau zulasten Cronenberg, sowie zwei mal blau an die Adresse der Franzosen waren die Sanktionen welche wir im mehrheitlich fair geführten Spiel aussprechen mussten. Nach dem Spiel genossen wir noch ein Bierchen in der „Löwentränke“ (Bar in der Halle) und liessen den Abend dann in einer anderen Bar im Stadtteil Cronenberg ausklingen.

Die Gäste dieser Bar bestanden mehrheitlich aus rollhockeybegeisterten Personen, und somit hatten wir genug Gesprächsstoff für eine ganze Weile. Da unser Rückflug am Sonntagmorgen bereits um 09:05 Uhr gebucht war, war der Schlaf in dieser Nacht dementsprechend von kurzer Dauer.

 

Bereits um 15:00 Uhr wieder zuhause in Diessbach, war die Schneemenge nur minim geringer als in Wuppertal, und so verbrachte ich den Rest des Wochenendes zusammen mit meinen Kinder beim Schnee-Iglu bauen.

 

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Schiedsrichter: Teil 4

Interview mit Nicola Rubin

 

Zur Person:

 

NAME: Rubin

VORNAME: Nicola

ÜBERNAME: Nicu

GEBURTSDATUM: 18.3.1992

ZIVILSTAND: ledig

BERUF: Fachmann Betreuung Kind, in Ausbildung

HOBBY:

Velofahren

Ausgang

Rollhockey

Skifahren

SCHIEDSRICHTER SEIT: 2008

LAUFBAHN:

2000 bis 2007 Junior des RHC Diessbach

seit 2008 Schiedsrichter

2010 Beförderung zu Kandidat NLC/Damen

HÖHEPUNKTE: Als Schedsrichter stehen die Hoffentlich noch vor mir...

 

Zum grossen Interview mit Nicola Rubin

 

Welche Beweggründe haben dazu beigetragen dass Du Schiedsrichter wurdest?

 

Als ich 2008 aufgehört habe Rollhockey zu spielen, verlor ich erst Mal für kurze Zeit den Draht zum Rollhockey. Mein Bruder war und ist aber immer noch beim RHC Diessbach aktiv und so wurde ich kurze Zeit darauf vom Vorstand angesprochen, ob ich nicht Schiedsrichter werden möchte. Nach vertieften Überlegungen habe ich zugesagt, auch weil es für mich als Lehrling ein gutes Sackgeld gibt!

 

Wie beurteilst Du das neue Regelwerk?

 

Am Anfang war ich sehr kritisch eingestellt. Ich fing mit Schiedsrichtern an, als die erste Übergangssaison im Gange war (Anmerkung der Redaktion: Der SRHV hatte das Regelwerk stufenweise eingeführt). Für mich war das eine Zusätzliche Schwierigkeit, ich hätte lieber gleich mit den ganzen neuen Regeln angefangen und habe mich deswegen auch ein wenig geärgert. Im ersten Schiedsrichterkurs, den ich besucht habe, gab es deshalb auch lange Diskussionen. Insgesamt finde ich die neuen, ganz umgesetzten Regeln besser als das alte Regelwerk. Das aus dem Blickwinkel eines Schiedsrichters gesehen, der nur das neue Regelwerk gepfiffen hat, aber aktiv war, als noch das alte galt.

 

Nun bist Du seit zwei Jahren Schiedsrichter, was war das schönste Erlebnis?

 

Ich habe noch nicht eine Lange Karriere hinter mir. Deshalb ist diese Frage nicht ganz einfach. (überlegt)

Nach dem ich mein erstes Damenspiel gepfiffen habe (Anmerkung der Redaktion: Herbst 2010) bekam ich viele Komplimente für meine Leistung. Nicht weil sie perfekt war, aber weil ich stets ruhig geblieben war und versucht habe das neue Regelwerk umzusetzen. Das hat mich motiviert.

Insgesamt motiviert es mich sehr, dass ich stets weiterkommen kann. Dass gesehen wird, dass ich mir Mühe gebe und ich weiter komme.

 

Im Sport sind die Schiedsrichter die am häufigsten kritisierten Personen, worin findest Du Deine Motivation?

 

Wenn ich ehrlich bin, ist mir das ziemlich egal. Oftmals ist die Kritik von den Tribünen und den Spielerbänken ziemlich undifferenziert. Ich weiss, dass ich die Regeln kenne, im Gegensatz zu vielen andern, und gebe das Beste, diese umzusetzen. Ein Schiedsrichter kann nicht alles sehen, auch ich nicht, aber ich kann mein Bestes geben. Und das tue ich in jedem Spiel.

Andererseits muss man sehen, dass es nicht nur Kritik gibt, es gibt auch Lob, und das tut gut. Das motiviert auch!

 

Inwiefern beurteilst Du die finanzielle Entschädigung der Schiedsrichter in der Schweiz?

 

Aus meiner Sicht ist die Entschädigung ausreichend, sie deckt aber nicht den Aufwand. Denn im Rollhockey ist nicht viel Geld vorhanden. So sehe ich meine Arbeit als Schiedsrichter auch als ein Klubbeitrag, es ist mein Teil dazu, dass das Ganze funktioniert. Besonders gerne tue ich dies für die Junioren.

 

Du stehst vorwiegend am Wochenende im Einsatz. Wie bringst du Freunde, Familie und das restliche Privatleben unter einen Hut?

 

Blöd ist es, wenn ein Wochenende, Freitag bis Sonntag mit Spielen drauf geht. Aber man kann das auch ein wenig planen, für Ferien kann ich auch Sperrdaten durchgeben. So kann ich das eigentlich gut handhaben.

 

Was ist Dein Ziel als Schiedsrichter?

 

Ganz klar: Ich will internationale Spiele leiten! Josh Schneider hat bewiesen, dass das möglich ist und ich möchte, längerfristig, ihm nacheifern. Ich weiss, es ist noch ein langer Weg, aber ich denke ich habe die Voraussetzungen dafür, ich bin noch jung und habe Zeit mich zu verbessern und mich schrittweise nach oben zu arbeiten!

 

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Schiedsrichter: Teil 3

Bild von www.roller-hockey.co.uk
Bild von www.roller-hockey.co.uk

Grosses Interview mit Johannes Schneider

 

Zur Person:

 

NAME: Schneider

VORNAME: Johannes

ÜBERNAME: Josh

GEBURTSDATUM: 31. 01. 1977

ZIVILSTAND: verheiratet, drei Kinder

BERUF: Schreiner

HOBBY:

Familie

Rollhockey

Snowboard fahren

SCHIEDSRICHTER SEIT: 1999

 

LAUFBAHN:

1991 bis 1997 Junior des RHC Diessbach

1997 bis 1999 1. & 2. Mannschaft RHC Diessbach

seit 1999 Schiedsrichter

2004 Beförderung zum NLA Schiedsrichter

2007 Beförderung zum Internationalen Schiedsrichter

 

HÖHEPUNKTE:

Cup Final der Herren 2006 in Montreux

Internationale Schiedsrichterprüfung 2007

Cup Final der Herren 2008 in Diessbach

EM Final Junioren U-17 2008 in Bassano / Italien

Final Coupe des Nations 2009 in Montreux

Achtelfinale CERS-Europacup 2009 zwischen Weil und Walsum

Viertelfinale Damen WM 2010 in Alcobendas /Spanien

 

INTERNATIONALE EINSÄTZE:

5 CERS-Europacup Einsätze

5 Championsleague Einsätze

Damen EM 2007

Junioren U-17 EM 2008

Coupe des Nations 2009

Damen WM 2010

 

Zum Interview

 

Welche Beweggründe haben dazu beigetragen dass Du Schiedsrichter wurdest?

 

Als ich 1999 aus beruflichen Gründen aus Diessbach wegzog, entschied ich mich mit dem aktiven Rollhockeysport aufzuhören.

Rolf Trösch, der damalige Präsident des RHC Diessbach gelangte mit der Frage an mich, ob ich das Amt als Schiedsrichter im Dienste des RHC Diessbach ausführen würde.

 

Wie beurteilst Du das neue Regelwerk?

 

Vor der Einführung der neuen Regeln war ich sehr skeptisch und glaubte dies sei nicht der richtige Weg. Mittlerweile kann ich aber feststellen dass sich 90 % vom neuen Regelwerk sehr positiv auswirken, und in meinen Augen die Attraktivität vom Rollhockeysport nicht beeinflusst. Es ist schön festzustellen dass z.B. die Zweikämpfe an den Banden deutlich entschärft wurden und das ist erfreulich.

 

Nun bist Du bereits 12 Jahre Schiedsrichter, was war das schönste Erlebnis?

 

Das ist schwierig zu sagen, ich habe viele tolle Ereignisse erlebt. Eines der schönsten war sicherlich in Bassano, das EM Finalspiel der U-17 Junioren zwischen Italien und Portugal. Diesem Spiel wohnten ca. 2700 Zuschauer bei und die Italiener machten mächtig Stimmung. In solchen Spielen bekommt auch ein Schiedsrichter Gänsehaut.

 

 

Im Sport sind die Schiedsrichter die am häufigsten kritisierten Personen, worin findest Du Deine Motivation?

 

Der Rollhockeysport ist eine absolut attraktive Teamsportart, welche es verdienen würde Olympisch zu werden!

Ich erhalte nicht nur negative, sondern auch oft positive Rückmeldungen auf meine Leistungen. Solange die positiven Aspekte überwiegen und ich selber mit meinen Leistungen zufrieden sein kann sowie Freude und Spass an der Schiedsrichterei bekunde, fällt mir die Motivation leicht.

 

Inwiefern beurteilst Du die finanzielle Entschädigung der Schiedsrichter in der Schweiz?

 

Ein Schiedsrichter wird sicherlich nicht reich. Die Entschädigung ist eher bescheiden im Vergleich zu anderen Sportarten. Die Spesenregelungen sind aber angemessen und ich erhalte stets ein willkommenes Sackgeld.

 

Du stehst vorwiegend am Wochenende im Einsatz und hast eine Familie mit drei kleinen Kindern. Ist das gut unter einen Hut zu bringen?

 

Da ich momentan von den kleinsten Junioren bis hinauf zum Europa-Cup und Champions-League alle Kategorien von Spielen leiten kann, sowie alljährlich an wöchentlichen EM oder WM Turnieren teilnehmen darf, ist der Zeitaufwand schon enorm. Man bedenke, dass ich schon nur für die nationalen Meisterschaften quer durch die Schweiz reisen muss. Manchmal ist es schon schwierig, am eigentlich freien Tag den enttäuschten Kindern sagen zu müssen, ich gehe jetzt und wir sehen uns morgen wieder.

 

Du hast eben erwähnt deine Lizenz erlaubt es, Weltweit eine grosse Palette an Spielen zu leiten. Im Weiteren bist Du momentan der jüngste internationale Schiedsrichter aus der Schweiz und dazu noch der erste aus Diessbach.

Was braucht es um Schiedsrichter zu werden, und welche Möglichkeiten stehen offen?

 

Es braucht die Begeisterung am Sport, Freude am Umgang mit Menschen und Durchsetzungsvermögen. Sicherlich muss ein Schiedsrichter einen

„breiten Rücken“ haben, aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die neuen unerfahrenen Schiedsrichter von den etwas älteren und erfahrenen bestmöglichst begleitet, betreut und unterstützt werden. Ich bin überzeugt, dass es sehr viele Personen in meinem Umfeld gibt, welche als Schiedsrichter geeignet sind und es sich leider nur nicht zutrauen, bzw. es nicht einmal versuchen, ein Spiel zu leiten. Auf den Zuschauerränge stehen und über die Schiedsrichter zu „meckern“ ist halt einfacher.

Ich weiss auch zu hundert Prozent, dass Personen, welche wirklich motiviert sind, es in recht kurzer Zeit sehr weit bringen können. Denn es gibt nur wenige Leute im Schweizer Rollhockey, welche vor grossen Zuschauerkulissen agieren können. Und ich kann versichern, an anderen Orten auf dieser Welt hat das Rollhockey einen höheren Stellenwert als in der Schweiz. Die erwähnten Erlebnisse entschädigen die negativen Ereignisse bei weitem.

 

Was ist Dein Ziel als Schiedsrichter?

 

Bei bester Gesundheit zu bleiben, voll motiviert in jedes einzelne Spiel zu steigen, egal in welcher Liga.

Noch einige Jahre als Schiedsrichter aktiv zu bleiben und den Spass am Rollhockey nicht zu verlieren, sowie noch viele attraktive, spannende und faire Spiele leiten zu dürfen.

Weiterhin jeweils am Mittwochabend mit den Kollegen vom Fun-Team selber die Rollschuhe zu schnüren und mit Stock und Ausrüstung dem Ball hinterher zu jagen.

Nicht zuletzt hege ich natürlich den Traum von der Leitung eines grossen Spiels irgendwo auf dieser Welt, bei dem sehr, sehr viele Zuschauer beiwohnen und die Stimmung und Fangesänge einzigartig sein werden.

 

Nun, hat das dein Interesse geweckt? Dann medle dich ganz unverbintlich!

 

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Schiedsrichter: Teil 2

Ein Bericht von Simon von Allmen.


Ohne Schiedsrichter wird keine einzige Partie stattfinden. So müssen die
Rollhockeyvereine je nach Anzahl gemeldeter Mannschaften auch
Schiedsrichter stellen. Der RHC Diessbach hat mit Johannes Schneider und
Nicola Rubin ein junges, dynamisches Duo.

Der letzte Einsatz von "Josh" datiert vom 18. Dezember 2010, da pfiff er
gerade in Deutschland das Spiel zwischen dem Deutschen Meister
Cronenberg und seinem französischen Pendant US Coutras in der höchsten
europäischen Spielklasse, der Euroliga. Seit einigen Jahren ist er NLA-
und internationaler Schiedsrichter, einer von wenigen aus der Schweiz.
Auf bestem Weg in eine ähnliche Richtung ist Nicola Rubin, welcher erst
seit kurzer Zeit als Unparteiischer amtet und sich schon bis in die NLC
und auf Damen-Niveau hochgearbeitet hat.

Die beiden jungen Herren stellen sich Wochenende für Wochenende den
Reklamationen der Spieler, den Bemerkungen von Trainern und Zuschauern
aus und führen einen meist undankbaren Job. Haben sie eine schlechte
Leistung erbracht, stehen sie klar in der Kritik. Pfeiffen sie gut,
spricht niemand von ihnen - und doch sind sie unverzichtlich. Und dazu
lassen sich unvergessliche Events erleben: Teil einer Welt- oder
Europameisterschaft zu sein oder Europacup-Partien leiten.

Der RHC Diessbach ist auf der Suche nach einem weiteren Schiedsrichter.
Für die Saison 2011/2012 brauchen die Seeländer einen dritten Referee,
da die Nachwuchsabteilung unaufhaltbar wächst und sich ein weiteres Juniorenteam sowie eine zweite Mannschaft abzeichnen.

 

Morgen folgt ein Interview mit Johannes Schneider, danach steht Nicola Rubin im Mittelpunkt um zum Schluss folgt ein Erlebnisbericht von Johannes Schneider vom letzten Europacupspiel!

 

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Schiedsrichter: Teil 1

Schiedsrichter: Das zentrale Thema nach fast jedem Spiel in fast jedem Sport! Nicht anders im Rollhockey, deshalb widmen wir die folgende Woche den Schiedsrichtern. Es wird jeden Tag ein neuer Artikel zu diesem Thema erscheinen, denn der RHC Diessbach braucht unbedingt neue Referees! Wir möchten euch zeigen, was Schiedsrichter sein bedeutet, was es einem bringen kann und warum Schiedsrichter für unseren Sport so wichtig sind. Wir würden uns über zahlreiche Rückmeldungen freuen, auch wenn es nur eine Nachfrage ist.

 

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